History repeats itself

Februar 15th, 2015 | Posted by Tanja in Allgemein

Nein, ich male jetzt nicht den Teufel an die Wand. Nein, wir werden wegen einer Niederlage nicht gleich absteigen. Nein, das Spiel bei den Bayern ist kein Grund alles und jeden in Frage zu stellen. Aber: Ja, das war mehr als ein Fußballspiel! Das war eine Demonstration! Uns wurde aufgezeigt, wie man Fußball spielt. Uns wurde unmissverständlich klar gemacht, wo unsere Schwächen sind. Und es war bitter, ein Schlag in die Magengrube für alle Beteiligten in Blau-Weiß-Schwarz.

Einen Tag später weiß ich immer noch nicht, wie ich das Spiel wegsortieren soll. Das 2:9 vor zwei Jahren konnte man noch schlicht ignorieren (Alesia? Ich kenne kein Alesia!), aber wenn sich Geschichte wiederholt, ist es kein einmaliger Ausrutscher mehr.

Drei Spieler, die vor zwei Jahren untergegangen sind, standen auch gestern wieder (oder sollte man sagen: noch?) auf dem Platz: Heiko Westermann, Rafael van der Vaart und Artjoms Rudnevs. Bei beiden Spielen im Kader: Rene Adler, Jaroslav Drobný, Slobodan Rajkovic, Gojko Kacar (KACAR RAUS!!!), dazu noch die Spieler, die bei einem der Spiele (mutmaßlich) verletzt waren: Marcell Jansen (ging gestern mit unter), Dennis Diekmeier (derzeit verletzt) und Petr Jiracek. Beiden Spielen entgangen sind Maxi Beister und Ivo Ilicevic. 12 Spieler, die immer noch auf dem Gehaltszettel stehen, nachdem Carl Edgar Jarchow vor zwei Jahren ankündigte, nach der Blamage ganz genau hinzugucken, wer leistungswillig ist…

Nehmen wir mal die drei, die bei beiden Spielen auf dem Platz standen.
Heiko Westermann: Ich mag #HW4. Aber wo ich ihn vergangene Saison und in der Hinrunde zumeist auch noch verteidigt hätte, fällt es mir zunehmend schwerer. Die einzige Position, wo Heiko nicht nur als Notnagel spielt (und es auch entsprechend aussieht), ist in der Innenverteidigung. Doch seit seiner Verletzung sieht man, dass sowohl Cleber als auch Rajkovic leistungstechnisch mittlerweile an ihm vorbeigezogen sind. So leid es mir tut: Westermann ist über seinen Zenit drüber und ich glaube nicht, dass man seinen Vertrag verlängern sollte.

vdv: Die Leistung des Kapitäns hinterlässt mich fassungslos! Zumeist trabend, resigniert und wegen zwei, drei Alibi-„Ich-tu-so-als-würde-ich-kämpfen-aber-bin-eigentlich-nur-frustriert“-Fouls in der ersten Halbzeit am Rande zum Platzverweis. In der zweiten Hälfte sah man dann gar nichts mehr und wunderte sich nur noch, warum Zinnbauer bis zur 57. Minute mit der Auswechslung wartete. Nachdem ich zum Anfang der Saison erfolgreich die Torhüter-Diskussion gestartet habe, versuche ich es jetzt mal mit der Kapitäns-Diskussion: Nehmt vdv die Binde weg! Gebt sie Djourou, Olic oder von mir aus sogar Jansen (auch wenn das der Rebiger gar nicht gern lesen wird), scheißegal, Hauptsache, es wird einfacher vdv auf die Bank zu setzen. Einen Teilzeit-Kapitän (weil er zwar viel läuft, deshalb aber keine 90 Minuten durchhält) kann sich diese fragile Mannschaft nicht leisten!

Rudnevs: Ach, Rudi, sorry, aber aus dir wird kein Stürmer auf Bundesliga-Niveau mehr. Wie du in deiner ersten Saison 12 Tore erzielen konntest, wird wohl auf Ewig ein Wunder bleiben…

Und noch ein paar weitere Beobachtungen:

Drobo, ich hab dich sehr lieb, aber verdammt nochmal, mach die kurze Ecke dicht und spekulier nicht auf die lange Ecke, sieht immer wieder scheiße aus!!! Davon ab: Wer mir nach dem Spiel mit Adler kommt, hat echt den Schuß nicht gehört…

Und dann war da noch die Aufstellung und taktische Ausrichtung (NEIN! KEINE TRAINERDISKUSSION!!!): Ich kann es sogar nachvollziehen, dass Zinnbauer im egalsten Spiel der Saison etwas ausprobiert, mehr als schief gehen kann es ja nicht, aber er hätte meiner Meinung nach früher reagieren müssen: vdv zur Halbzeit (oder von mir aus auch zusammen mit Olic) raus und mit Jiracek mehr defensive Stabilität und Gegenwehr bringen. Ob man den armen Marcos früher hätte erlösen sollen/ müssen – ich weiß es nicht. Aber der arme Junge wurde auch in vielen Situationen von seinen erfahrenen Kollegen im Stich gelassen (I’m looking at you, Jansen and vdv!). Funfact am Rande: Auch vor zwei Jahren (damals Fink) gab es in exakt der 57. Minute einen Doppelwechsel beim HSV, damals beim Stand von 0:7, diesmal waren’s „erst“ sechs Gegentore.

Und jetzt? Mund abwischen, Reaktion von der Mannschaft fordern, Wiedergutmachung beschwören, Grillwitze, alles wie immer – History repeats itself!

NUR DER HSV!

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2 Responses

  • Rudnevs‘ 12 Tore in seiner ersten Saison sind aus meiner Sicht relativ einfach zu erklären; es stand damals ein Spieler auf dem Platz, den die gegnerischen Defensiven als (tor)gefährlicher wahrgenommen haben: Son. Das ist natürlich nur die halbe Miete, aber Rudnevs ist in erster Linie ein “garbage player”, also jemand, der die Vorarbeit (nicht Vorlage) anderer nutzt.

    Hinzu kommt natürlich, dass sich die Defensivarbeit inzwischen drastisch verbessert hat, mit zwei Offensiven alleine kann man heute kaum noch eine Defensive in Verlegenheit bringen. Schon gar nicht, wenn die Abschlussversuche so kläglich ausfallen wie bei ihm gestern.

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